Aus der Frankenpost

Ein Prosit auf das Münchberger Bier

Mit dem dunklen Spezial-bier "Alte Feuerwache" lebt eine 600 Jahre alte Tradition wieder auf: Ulrich Bloß präsentiert am 15. März eine eigene Biermarke.

 

Von Helmut Engel

Münchberg - Mit dem dunklen Spezialbier "Alte Feuerwache" lässt Ulrich Bloß vom 15. März an eine 600 Jahre alte Münchberger Tradition neu aufleben: Von diesem Datum gibt es wieder eine eigene Münchberger Biermarke.

 

 

Die Idee dazu kam dem Hobbyhistoriker, aktiven Feuerwehrmann und Geschäftsmann beim Besuch der Konzertscheune in Gefrees. Sein Schulfreund Andy Lang schenkt dort sein "Pilger-Bräu" aus, das er sich extra brauen lässt. Bloß fand die Idee gut und verhandelte mit einer mittelfränkischen Brauerei. Gemeinsam mit dem Braumeister kreierte er das neue dunkle Spezialbier "Alte Feuerwache". "Diese Komposition wird in einem speziellen Sud nur für mein Bier angewandt", schwärmt Ulrich Bloß und verrät, dass noch eine zweite Marke am 15. März eingeführt wird. Ein dunkles Hefeweizen, das er in Zusammenarbeit mit dem Inhaber des Positiv-Fitnessstudios Andreas Freiherr von Lorenz auflegt und das auf dem Flaschenetikett dessen wohlklingenden Namen und Familienwappen trägt.

 

Die neu aufgelegte Münchberger Biermarke setzt damit auch ein Stück Tradition fort: Ein Blick in die Historie verrät, dass bereits im 15. Jahrhundert, als nur Städte und Märkte das Braurecht ausüben durften, genau das auch in Münchberg eifrig genutzt wurde. 1542 kam es zwischen Münchberg und Ahornberg sogar zu einem "Bierkrieg". Münchberg zerstörte das neue Ahornberger Gemeindebrauhaus mitsamt dem Inventar. Später wurden dann Kommunbrauhäuser gebaut, wo "Vollbürger" wie Handwerksmeister oder "Ackerbürger" zwischen dem 29. September und 23. April ihr Bier von einem Braumeister haben brauen lassen können. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts durften dann auch private Brauhäuser gebaut werden, und da gab es einige davon in Münchberg. 1995 stellte als letzte Münchberger Brauerei die Bischoff-Bräu das Brauen ein. Wie drei Jahre zuvor die Nützelbräu, wurde auch sie von der Reichelbräu Kulmbach übernommen. "Noch heute finden sich in vielen Häusern alte Relikte aus der Zeit des häuslichen Brauens", erzählt Bloß, der sich sehr für Münchberger Geschichte interessiert.

 

 

Was dem engagierten "Münchbürger" genauso wichtig ist wie seine Heimatstadt, sind Produkte aus der Region. "Und selbstverständlich auch beim Bier." Als dann im letzten Jahr das "Fränkische Getränkeland" in Münchberg schloss, wo hauptsächlich Bier aus kleinen fränkischen Brauereien angeboten wurde, fragte bei Bloß eine mittelfränkische Brauerei an, ob er nicht jemanden kenne, der in Münchberg den Vertrieb übernehmen könnte. Als er mit seiner Marketing-Agentur und dem Call-Center in die "Alte Feuerwache" umzog, kamen ihm die Stadtwerke mit seinen bisherigen Räumen im Haus gegenüber entgegen. Er konnte die alten Büros behalten und richtete dort einen Getränkemarkt ein, wo er das ganze Sortiment von zwei kleinen Brauereien vertreibt. Bloß: "So ist jedem geholfen. Das Haus wird genutzt und geheizt, und ich kann mein Hobby ausüben." Die Alte Feuerwache am Kirchplatz sei früher vermutlich sogar einmal ein Kommunbrauhaus gewesen, erklärt der Hobbyhistoriker, genaue Unterlagen darüber fand er aber beim Stöbern im Stadtarchiv nicht. Nach dem letzten großen Stadtbrand 1837 sei das Haus wieder aufgebaut und als Feuerwehrhaus genutzt worden.

 

Feuerwehr erhält Obolus

Auch in Münchberger Wirtshäusern könnte das Münchberger Bier ausgeschenkt werden. Mathias Böhmer vom Seehotel habe schon sein Interesse signalisiert. "Ein dunkles ,Alte Feuerwache' würde doch das von Mathias Böhmer kreierte ,Münchberger Gwerch' toll ergänzen", betonte Ulrich Bloß. Und: Wer das Münchberger Bier trinkt, der unterstützt gleichzeitig die Feuerwehr. Bloß: "Wenn ich das Bier schon mit einem Symbol der Feuerwehr schmücke, dann soll sie auch etwas davon haben." Deshalb spendet Bloß für jeden verkauften Kasten einen bestimmten Betrag an die Münchberger Feuerwehr.

Die "Alte Feuerwache" ist ein dunkles Spezialbier. Ulrich Bloß macht Münchberg damit wieder zur Bierstadt.

 

Präsentation

Am 15. März wird die neue Münchberger Biermarke offiziell der Öffentlichkeit, natürlich mit Freibier, vorgestellt. Um 15 Uhr kommt dazu die Obrigkeit und die Hochfranken-Königin Katharina I. Neben der Verköstigung mit Bier, Saft und Wärschtla gibt es auch ein Gewinnspiel. Der 1. Preis ist eine Brauereibesichtigung mit Verköstigung und Mitnahme-Bier am 19. April für zwei Personen.

 

Alte Feuerwache (Dunkles Spezialbier)

Spritz'n-Haisla (Helles Bier)

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