Aus der Frankenpost

„Es sinkt die Masse, es steigt die Klasse“

Aus der Frankenpost vom 10.12.2015:

 

Ulrich Bloß hat Münchbergs Biertradition wiederbelebt

 

Das Gespräch führte Alexander Wunner

 

 

Das neue Bier soll Weber-Stöffla heißen. Wie kam es zu diesem Namen?

 

Der Name symbolisiert die textile Bedeutung Münchbergs. Die nette Doppeldeutigkeit bietet sich außerdem geradezu an.

 

Sie haben das Bier mit dem Münchberger Jung-Braumeister Janes Reith ausgetüftelt. Was steckt denn da nun einzigartiges drin?

 

Würziger Hopfen, voller Geschmack und ein Hauch von Röstmalz.

 

Münchberg ist und war immer eine Textilstadt – und lange Zeit auch ein Bierstadt. Bis alle Brauereien verschwunden waren. Warum tut sich in den letzten Jahren in vielen früheren Bierstädten wieder etwas in Sachen lokaler Braukunst?

 

Viele Menschen streben offenbar nach mehr Individualität. Man denke zum Beispiel an den Erfolg alter Auto-Kennzeichen wie MÜB, die sehr gefragt sind.

 

Aber beim Bier überrascht es. Zumal die Deutschen ja immer weniger davon trinken.

 

Das ist richtig, aber es zeigt sich auf dem deutschen Biermarkt: Es sinkt die Masse, doch steigt die Klasse.

 

Sie meinen handwerklich gebraute Biere.

 

Exakt. Sie bieten ein deutlich ausgeprägteres Aroma als Biere große Industrie-Brauereien. Und genau die nehmen weltweit immer stärker zu. Natürlich ist das Pils zum Feierabend immer noch das gefragteste Bier, doch das Bewusstsein für den Genuss von Lebensmitteln steigt. So auch für Bier und die immer neuen Geschmacks-Kombinationen aus einer Vielzahl von Malzen, Hopfen und Hefen. Großbrauereien verwenden da nur einen Bruchteil. Deshalb bieten sich immer wieder neue Geschmacksrichtungen gerade bei Kleinbrauereien. Für den bewussten Konsumenten hat sich da ein aufregender Markt aufgetan.

 

Mal vom eigenen Bier abgesehen – welches ist Ihr Lieblingsbier?

 

Das war bisher die Gassen-Schänke, das Export mit dem Etikett des Münchberger Künstlers Udo Rödel. Aber eigentlich habe ich kein Lieblingsbier, denn ein Bier schmeckt nicht unbedingt immer gleich.

 

Es kommt auf Situation, Umgebung und andere Einflüsse an?

 

Absolut. Ich probiere immer wieder neue Sorten aus aller Welt und wenn ein Bier nicht schmeckt, wird es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal probiert. Denn ein spritziges, fruchtiges Weizen passt für die meisten ebenso wenig zu Plätzchen am Weihnachtsbaum, wie ein dunkler Bock im Biergarten bei 30 Grad und Sonnenschein. Man sollte immer offen für Neues sein, ansonsten entgeht einem die wunderbare Vielfalt an Aromen, die es sowohl beim Bier als auch bei anderen Lebensmitteln weltweit zu entdecken gibt.

 

Wird es das Bier im Handel geben?

 

Zunächst in unserem Geschäft am Kirchplatz. Außerdem in der Gastronomie und von Februar frisch vom Fass in unserer neuen Catering-Location in Stammbach.

 

 

 

Info

  • Bereits im 15. Jahrhundert, als nur Städte und Märkte das Braurecht ausüben durften, gab es in Münchberg Bier.
  • Von den einstmals zahlreichen Brauereien stellte die letzte, die Bischoff-Bräu, ihren Betrieb 1995 ein.
  • Der Münchberger Ulrich Bloß, der hauptberuflich eine Werbeagentur und ein Callcenter leitet, hat in den vergangenen Jahren eine eigene Münchberger Biermarke entwickelt.
  • Gebraut hat das neue Bier mit Janes Reith nun erstmals ein Münchberger. Der 25 Jahre alte Diplom-Braumeister hat sich im Spätsommer nach zweijährigem Studium in Berlin mit der Gaststätten-Brauerei „Hopfenhäusla“ im ehemaligen FC-Heim selbstständig gemacht.
 

 

Das Etikett des neuen Zwickl verbindet zwei Traditionen Münchberger Geschichte: Das Bier und den Weber.

 

 

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